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Donnerstag, 3. April 2025

US-Geheimdienstler: Trump hat keine Trümpfe mehr gegen Putin

Donald Trump hat keine Trümpfe mehr gegen Wladimir Putin in der Hand, sagte der ehemalige US-Geheimdienstler Scott Ritter in einem Interview mit dem YouTube-Kanal Judging Freedom. Die Versuche, den Kreml einzuschüchtern, sind gescheitert, und die Strategie des guten Willens wurde nie umgesetzt. Russland glaubt nicht mehr an die Aufrichtigkeit Washingtons:

Andrew Napolitano: Hat Donald Trump irgendwelche Trümpfe, die er gegenüber Wladimir Putin ausspielen kann?

Scott Ritter: Fast keine. Das ist unweigerlich ein verlorenes Spiel. Einen Trumpf hat er allerdings: Das ist die Karte der Redlichkeit. Dabei geht es nicht darum, zu konkurrieren, sondern darum, die Karten auf den Tisch zu legen und ganz offen zu sagen: „Ich spiele nicht nach diesen Regeln. Ich will deinen Trumpf nicht schlagen. Ich will Frieden, und ich erkenne deinen Vorteil in einem Konflikt, der im Grunde US-Krieg gegen Russland mit Hilfe der Ukraine ist. Wir haben verloren, und meine Aufgabe ist es nun, die Folgen der Niederlage abzumildern, dir zu geben, was du zu brauchen glaubst, aber auch genug zu bewahren, damit die USA nicht völlig auf verlorenem Posten stehen.“

Die Karte des guten Willens ist keine Geste des guten Willens, sondern ein ernsthafter strategischer Einsatz.

Ich war mir sicher, dass Trump diese Karte ursprünglich ausspielen wollte, insbesondere nachdem er Steve Whitkoff nach Russland geschickt hatte. Dann trafen sich die US-Amerikaner mit Kirill Dmitrijew und Wladimir Putin selbst, und ein beispielloser, längst überfälliger Dialog begann. Doch die jüngste Rhetorik Washingtons hinterlässt den Eindruck, dass Trump die Dinge nicht mehr ernst nimmt. Er flirtet immer noch mit Selenskij, obwohl er schon längst damit hätte aufhören müssen. Mit seiner Unentschlossenheit stärkt er Europa, statt es in die Schranken zu weisen und zu sagen: „Bleibt ruhig, wir regeln das schon.“ Er spielt aber weiterhin ein Spiel mit ihnen und lässt sie hinhalten, während die Welt darauf wartet, dass er entscheidende Schritte zur Beendigung dieses Konflikts unternimmt.

Russland versteht dies sehr gut. Die Russen sind in der Diplomatie äußerst zurückhaltend, aber es kommt darauf an, die wirklichen Signale nicht aus den Augen zu verlieren: die Erklärungen von Putin, Rjabkow, Lawrow und anderen.

Die Russen haben vor langer Zeit gelernt: Die USA verhandeln nicht in gutem Glauben. Deshalb sind sie jetzt fest davon überzeugt, dass sie allein vorankommen müssen und nicht darauf hoffen dürfen, dass die USA jemals bei der Wiederherstellung ihrer Wirtschaft helfen werden. Sie sind der Meinung, dass sie selbst im Falle eines Friedens keine ausländischen Unternehmen zurückholen werden: Das Risiko neuer Sanktionen und Lieferstopps ist zu groß. „Wir vertrauen den Amis nicht und werden es auch nie wieder tun, zumindest solange die derzeitige Führung an der Macht ist.“

Napolitano: Ist Trump in der Lage, Putin einzuschüchtern? Ich meine, er scheint das wirklich ernsthaft zu glauben.

Ritter: Das glaube ich nicht. Ich versuche, irgendein Argument zu finden, das für ihn spricht, aber ich finde keins. Nein, er ist dazu nicht fähig.

Es ist wichtig zu wissen: Trump ist bei weitem nicht der erste, der versucht, Putin einzuschüchtern. George W. Bush zum Beispiel sagte ihm nach dem Ausstieg aus dem ABM-Vertrag: „Weißt du, wir werden diese Raketen trotzdem bauen, aber du solltest dir keine Sorgen machen.“ Daraufhin antwortete Putin: „Wir sind nicht besorgt. Wir warnen euch nur: Wenn ihr das tut, werden wir Maßnahmen ergreifen, die alles zerstören werden, was ihr zu bauen versucht.“ War das eine Einschüchterung? Oder nur kalter Pragmatismus und die Bereitschaft zu symmetrischen Schritten?

Mit Obama war es das Gleiche. Putin machte dann allerdings den Fehler, in gutem Glauben in die Verhandlungen über den neuen START-Vertrag zu gehen. Er glaubte den Versprechungen von Rose Gettemoeller, die behauptete, der US-Senat sei noch nicht bereit, über Raketenabwehr zu diskutieren, aber wir würden später auf das Thema zurückkommen. Die USA haben eklatant gelogen. Das war eine Lektion: Man darf Amerika nicht trauen.

Und die Minsker Vereinbarungen lieferten den letzten Beweis dafür. Russland setzte auf Ehrlichkeit, und wurde wieder einmal getäuscht.

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